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Verdichten statt auf der grünen Wiese bauen

Die Bevölkerung in der Schweiz wächst und der Platzanspruch nimmt zu. Die Lösung heisst Verdichtung. Doch die bisherigen Bemühungen reichen nicht aus.

Die Schweiz ist ein attraktives Land. Die starke Wirtschaft ruft nach Arbeitskräften – Menschen, die irgendwo wohnen müssen. In den letzten 30 Jahren hat die Bevölkerung hierzulande um fast zwei Millionen auf gut 8,7 Millionen zugenommen (Stand: Ende 2021). 2014 haben die Schweizerinnen und Schweizer mit dem neuen Raumplanungsgesetz einen haushälterischen Umgang mit dem Boden beschlossen. Statt immer mehr Land auf der grünen Wiese einzuzonen, soll grundsätzlich auf bereits versiegelten Flächen gebaut werden. Das Zauberwort heisst Verdichtung.


Höher und zentraler

Verdichtetes Bauen kann auf diverse Arten erfolgen. Einerseits werden vielerorts zentrale Industrie- und Gewerbeflächen in Wohnzonen umgewandelt. So zum Beispiel auf dem Winterthurer Sulzerareal oder auf den bahnhofnahen Industriearealen in Münchenstein und Regensdorf. Anderseits werden bestehende Gebäude aufgestockt und vereinzelt auch Hochhäuser errichtet. Werden Siedlungen abgerissen und durch neue ersetzt, nehmen sowohl die Anzahl Wohnungen als auch die gesamte Wohnfläche meist deutlich zu. Denn mit anderen Gebäudeformen lässt sich das Land meist effizienter nutzen.


Einsprachen verzögern Projekte

Doch wo immer Verdichtungen geplant sind, hagelt es ziemlich zuverlässig Einsprachen. Anwohnende befürchten Schattenwürfe, versperrte Aussicht oder mehr Lärm und Verkehr. Dies zeigt sich an der Zeit für eine Baubewilligung, die sich in den letzten 20 Jahren verlängert hat. So werden an sich sinnvolle Bauprojekte mit hohem Verdichtungspotenzial oft verzögert, verteuert oder gar ganz verhindert.


Immer mehr wohnen allein

Kommt dazu, dass das verdichtete Bauen mit der Nachfrage nach neuen Wohnungen kaum Schritt halten kann. Denn der Platzbedarf nimmt stetig zu. Zwar stehen auch immer mehr kleine Wohnungen zur Verfügung. Doch die gesellschaftlichen Trends wie etwa die Individualisierung und die Alterung der Bevölkerung führen gleichzeitig zu immer mehr Einzelhaushalten. Während der Wohnungsbestand zwischen 1990 und 2020 um fast die Hälfte zugenommen hat, ist die Bevölkerung nur um knapp einen Drittel gewachsen. Will man die Zersiedelung der Schweiz drosseln, ist wohl eine weitere Verdichtung unumgänglich.

 

Gut zu wissen: Flächenbedarf hat zugenommen
1980 belegte jeder Schweizer und jede Schweizerin im Durchschnitt 34 Quadratmeter Fläche; heutzutage sind es 45 Quadratmeter. Die beanspruchte Fläche nimmt mit zunehmendem Alter zu: Belegen Personen unter 20 durchschnittlich noch weniger als 30 Quadratmeter, so sind es bei den über 75-Jährigen fast 60 Quadratmeter.

  • David Belart
 

 

 

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